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Israel

Wir unterstützen Wohltätigkeitsarbeit in Israel

Liebeswerk Zedakah

Liebeswerk Zedakah – dieser Name steht seit über 40 Jahren für einen liebevollen und aufopfernden Dienst unter Holocaust-Überle­benden in Israel. Das hebr. Wort »Zedakah« bedeutet Wohltätigkeit und Gerechtigkeit und es bringt zum Ausdruck, was das Werk möch­te: Juden, die den Holocaust überlebt haben und noch heute unter den Folgen leiden, Gutes tun und sie trösten. Ganz bewusst ist dies eine Arbeit deutscher Christen, die durch ihren Dienst an den Menschen, die in ihrer Vergangenheit unsagbares Leid durch Deutsche erfahren haben, ein Zeichen setzen möchten. Getra­gen wird die Arbeit von Betern und Spendern in Deutschland.


Im Gästehaus »Beth-El« (= Haus Gottes) in Shavei Zion haben Holocaust-Überlebende die Mög­lichkeit kostenlos einen zehntägigen Urlaub zu verbringen. Obwohl dieses Angebot nicht beworben wird, herrscht eine große Nach­frage, so dass die Wartezeit ca. vier Jahre beträgt. Von Mai bis Dezember werden elf jüdi­sche Gästegruppen beherbergt. Die Größe der Gruppen liegt in der Regel bei 40 Personen. Ein gepflegter Garten mit Palmen und Gummibäumen lädt zum Verweilen ein und der kurze Weg zum Strand ermöglicht schöne Spaziergänge am Meer.


Für manche Gäste ist es das erste Mal, dass sie mit Leidensgenossen zusammentreffen und oft erzählen sie sich – manchmal auch zum er­sten Mal – aus ihrer Vergangenheit.

Damit der Aufenthalt für die Gäste erholsam und angenehm ist, sind die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen unermüdlich im Einsatz. Einige kommen für etwa ein Jahr aus Deutschland und die meist jungen Erwach­senen verrichten ihren Dienst ehrenamtlich. Auch Zivildienstleistende gehören zur Mannschaft. Da alle Mitarbeiter entschiedene Christen sind, möchten sie den Gästen auch Gottes Wort nahe bringen. Deshalb ist ein Bestandteil des Tagesablaufs, dass jeweils am Ende der gemeinsamen Mahlzeiten ein Bibelvers oder ein Psalmwort gelesen wird.

Im galiläischen Bergland, in ca. zehn Kilo­meter Luftlinie zur libanesischen Grenze, liegt die Stadt Maalot, wo das Liebeswerk Zedakah seit 1983 ein Altenpflegeheim mit 24 Plätzen für Holocaust-Überlebende unterhält. Die durchweg kranken bis schwerkranken Bewohner finden hier im Haus »Beth Elieser« (= Mein Gott ist Hilfe) eine neue Heimat. Sie werden von den Pflegekräften. die wie in Shavei Zion ebenfalls für einige Zeit ehrenamtlich mitarbeiten, liebevoll umsorgt.

In der Betreuung und Pflege der Heimbe­wohner sind die Mitarbeiter physisch und psychisch stark gefordert. Denn zu den kör­perlichen Gebrechen der Patienten kommen ja jeweils auch die psychischen Leiden, die aus den Folgen des Erlebten entstanden sind.

Gerade an einigen israelischen Gedenktagen wird wieder deutlich, was diese Menschen durchlitten haben. So sagte eine Heimbewohnern, als am Vorabend des Holocaust-Gedenktages die Gedenkkerzen angezündet wurden, mit Tränen in den Augen: »Ich habe sieben Kerzen angezündet – für meine Familie. Sie wurden alle vor meinen Augen umgebracht.« Da bleibt den Mitarbeitern nur, mitzutrauern und die Last mitzutragen. Aber auch die schönen Momente wie Geburtstage oder die jüdischen Feste werden gemeinsam erlebt und fröhlich gefeiert.